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Zweisprachigkeit? Oder: Wie mit dem Baby parlieren

quo vadis

In welcher Sprache ich mit meiner Tochter mal unterhalten würde, war nur eine von vielen, vielen Fragen, die mir als frischer Vater bzw. als Vater in spe gestellt wurden. In welcher Sprache ich hingegen mit einer Katze oder einem Hund parlieren würde, das wollte aber niemand von mir wissen. Auch wollte niemand wissen, ob ich es mir überhaupt schon vorstellen könne, mal mit meiner eigenen Tochter zu sprechen. Suggeriert wurde mir lediglich, natürlich durch die subtile Blume, dass ich meiner Tochter mit Einsprachigkeit beinahe schon für immer die Zukunft ruinieren würde. Speaking english? Nein, ich habe andere Sorgen.

Die Frage nach der Sprache jedenfalls wollte mir während der Schwangerschaft in keiner meiner schlaflosen Nächte in den Sinn kommen. „Wird das Baby gesund sein? Wie teuer werden die Neuanschaffungen? Muss ich es meiner Mutter wirklich sagen?“ Das kleine Fragen-Einmaleins des frischen Vaterlebens sorgte bereits im Anfangsstadium für ausreichend Schlaflosstoff. Auf die Sprachenfrage, Nein, darauf wusste ich erst einmal nichts zu antworten. Auf vieles weiß ich im Grunde bis heute keine Antwort. Vieles passiert automatisch – mit allen intuitiven Konsequenzen.

Mit fremden Zungen sprechen?

Irgendwann dachte ich dann aber doch darüber nach, ob ich es nun wollte oder nicht: Welche Babysprache sollte es also sein? Das deutsche „Gugugu“ oder vielleicht lieber ein englisches „Gagaga“? Wie wär es denn mit etwas Exotischem? Niederländisch vielleicht? Oder französisch? Warum eigentlich nur zwei Sprachen? Warum denn nicht mit drei Sprachen das Leben beginnen? Aus dem Vollen schöpfen. Alle Tore öffnen. Zweisprachigkeit, das könne doch nur für Anfänger sein, oder? Vielleicht sollte ich schon einmal Vokabeln einstudieren. Wo sind eigentlich meine Karteikarten?

Denn: Allein zweisprachiges Erziehen böte unserer Tochter und ihrer kognitiven Entwicklung wie späteren Karriere bereits eine Vielzahl an Vorteilen. Ganz besonders in Zeiten der Globalisierung. Man handelte beinah fahrlässig, ließe man das Kind nur einsprachig aufwachsen. Dies zumindest vermittelten uns einige Ratgeber und ganz besonders nette Fragensteller seinerzeit, bevor wir sie dorthin schickten, wo auch unsere Hebamme später landen sollte: Nämlich wo der Pfeffer nachts die Locken hat!

Mit dem Baby reden wie mit einer Katze?

Ehemalige Bekannte sprechen mit ihren Hunden polnisch, mit ihren Katzen hebräisch oder mit den Ratten russisch. Allesamt Fremdsprachen, die den Besucher tendenziell von den Konversationen mit dem Haustier ausschließen. Wobei manche von den Hunden auch deutsch verstünden, wurde mir versichert. Andere versicherten, hätten sie kein Baby, dann hätten sie definitiv einen Hund. Oder umgekehrt. Es scheint, beide füllten eine ähnliche Nische im Leben aus. Andere füllen diese Nische vielleicht mit einem Hobby. Was also, wenn das Baby nichts weiter als ein komplexes Haustier oder gar Hobby ist?

An anderer Stelle schrieb ich bereits darüber und kam zu einem ernüchternden Ergebnis:

„Dass ein Baby kein Haustier ist, das erkennt das geübte Auge spätestens dann, wenn das Kind auch nach Wochen weder aportieren will, nicht schnurrt, noch auf Kommando „Rollen“ hören mag. Auch Baby-Leckerlis sucht man im Gesundbrunnen-Center vergebens.“

Das Kolorit des Auswärtigen

Es bleibt also dabei. Keine zweite Fremdsprache und auch keine dritte. Ich beherrsche Hochdeutsch wie ich den Berliner Metrolekt ins Gespräch einsprengseln lassen kann. Beides ist Teil meiner sprachlichen Herkunft. Das bedeutet, außerhalb von Berlin, Brandenburg oder Niedersachsen bin ich denn schnell als Auswärtiger zu erkennen und kann an manchen Orten nicht einmal beim Bäcker ordentlich Schrippen bestellen. Das ist in Ordnung. Ich bin gern Auswärtiger und auch als solcher gern zu erkennen. Das halte ich aus. Ich spiele damit und manchmal schnurre ich dann.

Ich komme aus einfachen Verhältnissen und verfüge über lediglich einen Vornamen, wie ich nur über eine Muttersprache verfüge. Gleiches gilt für die Mutter der Tochter, die ihrerseits ein wenig Saarland einsprengselt. Es wird sich also schon noch früh genug zeigen, welche sprachliche Mischung die Kleene schlussendlich aus all dem formen wird. Künstlich jedoch eine Fremdsprache einführen, zu der darüber hinaus niemand von uns eine persönliche Bindung hat? Das Kind ist keine Optimierungsmaschine und braucht auch kein sprachliches Zufutter.

Und sollte mich die ungebetene Frage nach der Zweitsprache ein weiteres Mal ereilen, dann werde ich auch beim nächsten Mal keine Antwort parat haben. Ganz bewusst nicht, denn nicht alle Fragen, die an mich heran getragen werden, muss ich zwangsläufig beantworten. Wenn man das einmal erfasst hat, ja, dann ist’s manchmal eben doch ganz einfach.

7 Kommentare

  1. Linda sagt

    Dank einer latenten Seriensucht, prinzipiell größerem Liegedrang und verstärkt durch eine schöne Erkältung glaubt meine noch nicht geschlüpfte Tochter vermutlich, dass ich ständig Urlaub in englischsprachigen Ländern mache. Letztens noch in Minnesota („Fargo“) nun einen Sprung ins ländliche England um 1920 („Downton Abbey“).
    Prinzipiell glaube ich einfach nicht, dass eine Tochter von zwei Mathematikern von einer zweisprachigen Erziehung wirklich profitiert. Ich habe als 5-jährige Spanisch gelernt – mehrere Monate in Mittelamerika waren kurzzeitig sehr prägend. Bei der Wahl zum Abiturfach durfte ich mir noch anhören, dass „das alles wieder kommt“ – nun pünktlich zu meinen 4 Punkten im Abi kam es aber leider nicht. Ich warte…
    Zurück zu meiner eigentlichen Frage – ICH als Mutter brauche die Zweitsprache. Mit doch recht begrenzten Input werde ich ein Jahr lang ein kleines vor sich hinblubberndes Wesen bespaßen – darf ich mir nicht das Recht rausnehmen und es in/auf Englisch bespaßen und somit meine Sprachbarrieren abbauen?

    • Na dann lassen wir das Ungeborene doch einfach in den Glauben und wer weiß, vielleicht hilft es ja.
      Dass die Eltern zwecks Ablenkung zwei Sprachen gut gebrauchen können, ist allerdings ein guter und vor allem richtiger Einfall. Ohne die, hätte ich kaum so viele Filmchen oder Serien während meiner Nachtschichten schauen können.

      Habe mich heute mit einem Freund unterhalten, der tatsächlich vor der Entscheidung steht: Zwei oder drei Sprachen. In dem Fall völlig legitim, denn alle Sprachen sind Teil der Familie.

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  3. Also die Forschung zeigt ja schon, dass echte Bilingues, also Kinder mit zwei Muttersprachen, tatsächlich gewisse Vorteile haben (übrigens auch gewisse Nachteile). Nur reden wir da von Kindern, deren Eltern Muttersprachler zwei verschiedener Zungen sind, oder Muttersprachler einer verschiedenen Zunge als die soziale Umgebung spricht.
    Kindern, deren Eltern eine für sie (also die Eltern) fremde Sprache mit ihnen reden, fehlt oft die sog. Herzsprache, also jene Sprache, die die tiefste Gefühlswelt widerspiegeln kann. Das kann zu grossen Nachteilen im zwischenmenschlichen Bereif führen (ist ein Teil der Problematik von Einwandererfamilien, wo gut meinende Eltern mit ihren Kindern Deutsch radebrechen statt die Muttersprache zu sprechen und die Kinder bspw in eine Kita zu geben, auf dass sie Deutsch früh von Muttersprachlern lernen können).
    Es ist komplex und ich habe viele Worte benutzt um zu sagen: Du hast recht.

  4. vor einer ähnlichen entscheidung, wie dein besagter freund, johnny, stand ich vor der geburt unseres kindes ebenfalls. soll ich mein kind mit drei sprachen erziehen? in unserer familie gehören die drei sprachen nämlich dazu (marokkanisch, russisch, deutsch). ziemlich international, die family :)
    ich fand es ehrlich gesagt schon schwierig, den richtigen weg zu finden, denn laut den meisten ratgebern lernt das kind ja besonders gut, wenn es eine sprache einem elternteil eindeutig zuordnen kann. in meinem fall ist es aber so, dass ich selbst zweisprachig aufwuchs (als russlanddeutsche) und sehr gerne beide sprachen an mein kind weitergeben wollte. wie sollte ich also das tun? wann in welcher sprache reden? und wird das kind dann nicht verwirrt sein, wenn die mama mal so mal so redet?
    also dachte ich, ich fange einfach mal mit meiner muttersprache an, deutsch würde ja spätestens ab der kita dominant sein. aber als er in die kita kam, merkte ich, dass es schon eine barriere darstellte, dass er so wenig deutsch sprach (verstanden hat er es ja, weil wir zu hause untereinander deutsch redeten). also switchte ich um und sprach von da an überwiegend deutsch mit. er holte sehr schnell auf. der nachteil aber: seitdem redet er nur deutsch und weigert sich, weder meine muttersprache, noch die seines vaters zu sprechen. passiv verstehen tut er hingegen alle drei sprachen – was für mich ein kleiner trost ist.
    also ich weiß nicht, wie ich es hätte anders machen können. ich hoffe einfach nur, dass wenigstens die passiven sprachkenntnisse „was bringen“ und er später, sollte er doch interesse an den muttersprachen seiner eltern haben, er diese schneller aktivieren kann. aber was linda widerfahren ist, stimmt mich nun schon etwas nachdenklich… ;)

  5. Si alguno de estos sistemas se ve comprometido, puede causar ED. Aunque las causas psicológicas de la disfunción eréctil pueden ser más complejas que las causas médicas, aún son tratables. Consumo de tabaco y alcohol: El consumo del tabaco no solo puede generar impotencia por si mismo, sino que además afecta a las venas y al sistema circulatorio, otro desencadenante de la DE. Este síndrome es curable en más de 70 por ciento de los casos. Comprar Viagra generico barato india. Por lo general, la erección inicia por diversos estímulos sensoriales como la vista, audición olfato y tacto, los cuales envían impulsos desde el cerebro y la médula espinal al pene, que a su vez relajan los músculos lisos del cuerpo cavernoso (dos cámaras situadas dentro del pene), para hacer fluir la sangre, lo cual no sucede de manera normal en la disfunción eréctil.

  6. De hecho, los sentimientos de inutilidad y culpa inapropiada son uno de los criterios clínicos para el trastorno depresivo mayor, de acuerdo con el DSM-5. La mayoría de las causas de la disfunción eréctil pueden tratarse, los primeros resultados aparecen, aproximadamente, en 3 meses.

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