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Wochenende in Bildern: Familienfeeling im kühlen Wedding #24

Wochenende in Bildern

Der Winter hält Einzug im Wedding. Und das Schmuddelwetter. Reden wir aber bitte nicht mehr vom Wetter. Es haben sich ganz andere Tragödien im Kiez abgespielt. Da wären zum Beispiel die Gurken in Sternchenform. Oder die schwäbische Bäckerei im vormaligen Arbeiterbezirk Wedding. Oder der Pfützenlauf im Park, der vom Kind leider boykottiert wurde. Dies und mehr und auch ein wenig Schnee im diesmaligen Wochenende in Bildern. Viel Spaß damit.

Wochenende in Bildern: Samstag

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Eltern kennen die Dramatik, die hinter diesem harmlosen Bild steckt, oder?. Eine Gurke, die aussieht wie ein Sternchen? Ach, Nein, wie niedlich. Oder? Die Geschichte geht so: Wie ich aus Faulheit und in Ermangelung eines dritten Armes die Gurke nicht schälte, sondern einfach mit einer Plätzchenform ausstach. Seitdem kann ich nicht mehr aufhören. Wo diese Reise endet weiß jeder, der auf pinterest mal die Bento-Boards durchforstet hat. Die Reise endet in der Essens-Verschönerungs-Hölle. Mit wütenden Dinos aus Salami und kichernden Oliven. Und obwohl ich als Vater sehenden Auges direkt hinein fahre, gibt es rein gar nichts, was ich dagegen unternehmen kann. Nur soviel: Machen sie es gut, es war schön mit ihnen. Ich muss ausstechen. Und zuschneiden.

 

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Nach dem Schockzustand am Morgen und etwas Freispiel, ziehen meine Kleene und der Icke unsere rosa Regenhosen an und trauen uns auf die nassen Strassen. Viel tut sich nicht im Kiez. Es scheint, man bleibt lieber daheim, als die Straße aufzusuchen. Eigentlich ein kluger Wesenszug der Menschen hier. Lange sind wir beide aber nicht unterwegs, der Sprengelkiez ist unser Ziel und bald schon liegt er vor unseren Füssen.

Vom kleinen Mann auf der Straße bis zum Chef des PrimeTime-Theaters, sie fragen sich: Moment, diese Schwaben, die gibt’s wirklich? Haben sich das die zugezogenen Münchner im PrenzlBerg nicht bloß ausgedacht? Das erste, ich nenne es mal: Tasting in der „Schwäbischen Bäckerei“ ist vielversprechend. Nicht überragend, aber solide Backwerkskunst und die gibt es im Wedding ja nur selten zu erschmecken. Demnächst werde ich mich also mal mit zum Interview verabreden – für die andere Blogwiese, auf der ich spiele. Dieses Mal konnte ich nicht lange bleiben, da ich meine Tochter drohte in der Bäckerei einzuschlafen – um 11:20h. So sehr ich Mittagsschlaf befürworte, aber das war dann doch noch etwas zu früh. Ungewöhnlich. Später sollte sich auch rausstellen wieso: Sie brütet etwas aus und es kein Straußenvogel.

 

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Frisch gestärkt geht’s zum Pfützen-Hindernis-Lauf. Dachte ich jedenfalls. Ein unfairer Kampf, weil ich gar keine Gummistiefel, sondern nur wasserdichte Wanderstiefel trage. Wie gemein. Meine Tochter erwischt nach dem kurzen Countdown aber auch keinen besonders guten Start und schon nach kurzem Ausflug begibt sie sich zurück auf den väterlichen Arm. Sieg durch Aufgabe. Der schönste aller Siege, wenn man den Zwillingstanten Patty und Selma von Bart Simpson glauben schenken darf. Später wird sich heraus stellen: 38,8 Grad Fieber. Das Ergebnis des Pfützenlaufs muss annuliert und das Rennen zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt werden. Herje. Und das, wo ich schon dachte, sie hätte erst kürzlich die letzte Krankheit überstanden. Armes Ding das.

 

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Der Abend rückt näher. Ich aber denke: Einen Bezahlsender, der seinen Kunden das Geld dreist aus den Lohnsocken zieht, umd dann nicht einmal eines der größten Fussballereignisse des Jahres, nämlich das Clasico, Real Madrid gegen FC Barcelona überträgt, so einen kann ich nicht Ernst nehmen. Zum Glück ist ja alles mit allem verbunden und so geht’s dann doch. Naja. Nur die Verbindung zum Internet, die wollte dann doch nicht so. Also kein Fussball. Es ist sehr traurig, aber was soll ich sagen. Es sind schon aus niedrigeren Gründen Revolutionen gestartet worden. Später werde ich erfahren, dass Messi gar nicht gespielt hat und Real ordentlich eins auf die eitlen Schlappen bekommen hat. Ich ersticke den kurzen Ärger mit Zimtschnecken von gestern.

Kein Clasico? Dann gehe ich eben einkaufen. Ohne Einkaufszettel. Wie so jemand, der nichts mehr zu verlieren hat.

 

Wochenende in Bildern: Sonntag

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Dem Fieberkind geht es zumindest morgens etwas besser. Die 38,9 Grad scheinen kurzzeitig vergessen. Dass das Kind aber gut geschlafen hat, das kann man an dieser Stelle jedoch guten Gewissens NICHT behaupten. Dementsprechend changiert die Haushaltslaune irgendwo zwischen stoischer Ruhe und subtilem Genervtsein. Subtil ist hierbei rein subjektiv zu werten.

Wir beschließen am späten Morgen, dem neuen Bäcker im Sprengelkiez noch einmal gemeinsam als Familie auf den Zahn zu fühlen. Ein schwäbischer Bäcker im Wedding? Bei manchen würden sofort die Alarmglocken schrillen. Sind es nicht die Schwaben, die den Münchnern den Prenzlberg abgeluxt haben? Ach je, wie traurig. Am Ende des Tages ist es dann aber doch viel unaufgeregter als gedacht. Mein Artikel über die Bäckerei wird am Montag dann erscheinen. Ohne Ironie. Der schrieb sich fast von selbst – trotz sonntäglicher Arbeitsruhe. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass man der Erste ist, der ein lokales Thema aufgreift, von dem noch keins der anderen lokalen Medien wirklich Notiz genommen hat. Manchmal gelingt uns das ja.

Übrigens: Ja, so sieht mein Arbeitsplatz und Nein, dieser unsägliche Luftballon ist nicht unser Luftballon. Der ist uns zugeflogen. Von einer Geburtstagsfeier. Möglicherweise wurde er meiner Tochter untergejubelt, als sie die Party verlassen hat. Genaueres ist mir leider nicht bekannt. Es muss aber ganz schlimm gewesen sein, bitte entschuldigen Sie. Zu meiner Verteidigung: In meinem Rücken liegt ein blauer Luftballon mit der Aufschrift: „Die Welt braucht Hebammen – mehr denn je“ Es wäre aber nicht authentisch gewesen, das rosa Ungetüm gegen den moralisch richtigen, blauen Luftballon einzutauschen.

 

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Der Bäckerbesuch diente, wie wir in professionellen Kreisen so sagen pflegen „um etwas Atmo einzufangen“. Nach erfolgreichem Einfangen der Atmo folgt ein ein kleiner Spaziergang in der affenlausigen Kälte.  Meine Tochter schleppt die Tüte mit dem hausgemachten Brot. Schleppt ist hier bitte ganz stark wortwörtlich zu nehmen ist. Die überwiegende Zeit zieht sie die Tüte hinter sich her, während diese immer dünner und dünner zu werden droht. Das Brot wiegt immerhin ein halbes Kilogramm. Wer aber bin ich, ihr die Tüte abzunehmen. Ich finde es total schön, wenn sie sich einbringen möchte. Sorry, liebe Plastiktüte.

 

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Der Abend klingt wohlig in den eigenen vier Wänden aus, denn draußen ist es ja nicht gerade so, als würde man sein Schicksal herausfordern wollen. Ich gebe zu, ich mag Schnee, aber doch nicht jetzt, nicht hier. Und der Wedding sagt: Schnee? Nein, der Wedding bleibt grau! In diesem Sinne, mach’s gut, oh Du schöner Sonntag.

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