Bilderserie, Papa-Blog
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Wochenende in Bildern: Herbstfeeling im Wedding #13

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Das erste Winterwochenende des Jahres ist vorbei und ich muss wirklich sagen: Es hat gehalten, was es versprach. Es gab Wind und Wetter und erstaunlich viel zu erleben bei uns im sonst so beschaulichen Wedding Problembezirk, ich wollte sagen Problembezirk. Dieses mal handelt das Wochenende von verloren geglaubten Bären, Johnny Cash, polizeidienstlichen Vorgängen bis hin zu offenen Ateliers, syrisch-türkischen Apps sowie einem eingebildeten Straßenfest. Ein bunter Teller, aber Vorsicht: Cat content inside! Viel Spaß!

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Fenster. Ohne Gitter, noch.

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Fünf Murmeln inner Plastikflasche, nicht im Bild: Zwei Murmeln

Samstag, 8:15h. Tochter steht leise auf und geht selbständig spielen. Stille. Ich liege im Bett und frage mich: Wer ist dieses Kind? Das kann unmöglich meine Tochter sein, denn meine Tochter wacht nicht einfach leise auf und verlässt ohne Getöse und Gequengel das Familienbett. Wurde ich entführt und vielleicht der falschen Familie zugeteilt? Auch der restliche Tag verläuft erstaunlich harmonisch zwischen uns beiden, so dass ich mich zwischendurch schon frage, ob ich überhaupt noch gebraucht werde. Oder ob ich mich nicht einfach wieder hinlegen sollte. Merkt doch eh keiner. Ich werde wehmütig, sie bald schon in die Kita geben zu müssen.

Nach Brötchenspaziergang und Frühstück hören wir Johnny Cash aus der Büchse. „Cocaine blues“ ist ihr Lieblingssong und ich erkläre meiner Tochter, dass es im Gefängnis zwar keine Fenster gibt, es aber völlig in Ordnung ist, wenn sie später im Gefängnis mal Musik spielen möchte. Kenner von Johnny Cash werden wissen, worauf ich anspiele. Wir tanzen und singen und alles ist gut. Zwischendurch spielen wir das heute frisch erfundene „Fünf Murmeln inner Plastikflasche“-Spiel. Vielleicht verkaufe ich die Idee irgendwann einmal an Disney und werde reich und kaufe meine Tochter aus ihrem Gefängnis frei. Ach nee, so weit waren wir ja noch gar nicht.

 

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Abschnitt 35. Gegenüber vom Netto. Alles wie immer.

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Polizeiabschnitt 35, Stillleben mit IKEA-Standleuchte.

Heute ist es so weit. Ich muss ein Geständnis ablegen. Vor einigen Tagen habe ich im Goethepark, nahe der Plötze eine Gürteltasche mit allerhand persönlichen Dokumenten und Papieren gefunden, konnte aber selbst nach intensiver Recherche den rechtmäßigen Inhaber nicht ausfindig machen. Auch eine Postkarte an die auf dem Personalausweis hinterlegte Adresse brachte keine Reaktion, also verfrachtete ich die Kleene und ich heute zum ersten Mal auf’s Polizeirevier. Abschnitt 35, das ist unsere Anlaufstelle. Da ist es wieder, das Thema des Tages: Recht und Ordnung und Justizvollzug. Alles korrekt abgegeben und unterschrieben, verlassen wir das Gebäude wieder. So und nun dürfen Sie alle genau einmal raten, wer mich just in diesem Moment auf meinem Handy anruft?! Richtig, der rechtmäßige Besitzer der Gürteltasche. Er nimmt meine ersten Worte:“Ey, dit is‘ jezz nisch‘ Dein Ernst, ne!“ erstaunlich ruhig hin. Hätte er bloß zwei Minuten eher angerufen, ich hätte ihm seine Habseligkeiten einfach und unbürokratisch überreichen können. Tja nun. Er schien dennoch glücklich zu sein und so war ich es dann auch. Gute Tat für heute: Check.

 

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Tragebär im Tragehoodie

Die Kleene liebt ihre Bären heiß und innig. Heute ist es besonders diese kleine Exemplar, dass auserkoren wurde, sie durch den Tag zu begleiten. Auf dem Rückweg von der Polizeidienststelle verlieren wir diesen kleinen Gefährten gleich drei Mal! Drei Mal mussten wir den bereits zurückgelegten Weg noch einmal abfahren, um den Bären wiederzufinden! Manchmal regnete es sogar, aber was tut man nicht alles. Beim vierten Mal habe ich ihn nach kurzer Absprache mit der Tochter fest in meinen Tragehoodie gesteckt! Das schien ihr wie auch dem Bären ganz gut zu gefallen. Sah bestimmt merkwürdig aus, aber ich bin Papa, ich darf das!

 

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Fussball im Kiez

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Deutschland in einem Bild erklären.. Danke.

In meiner Funktion als rasender Kiezreporter bin ich heute zu Gast beim Freundschaftsspiel der Mädchen-D-Jugend des BSC Rehberge. Bei meiner Ankunft steht es bereits 6:0 und auch nach der Halbzeit bleibt’s ein Torfestival. Meine Tochter wird ob der Präsenz des riesigen Fußballs auf dem Grün ganz unruhig, so dass wir bald schon wieder das Weite suchen müssen. Zuhause schnappt sie sich als erstes ihren kleinen Ball und kickt ihn erst einmal durch die gesamt Wohnung. Ein wenig ängstigt mich das ja. Hat sie sich das von mir abgeguckt?

 

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Im Atelier von Stefan Oberhofer, A6-3.OG

Ab 16:00h findet heute die Lange Nacht der Gerichtshöfe auf der Gerichtstraße statt. Ich statte dem kulturellen Treiben einen kurzen Besuch ab. Die erste Führung durch die Ateliers verpasse ich natürlich zielsicher. Ich mache mich selbständig auf die Suche und lande schlussendlich in den Räumlichkeiten des Weddinger Künstlers Stefan Oberhofer. Wir unterhalten uns und philosophieren über den Wedding und den Gesundbrunnen und dem Leben mit der Kunst. Ich bin angenehm überrascht.

 

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Flop Bar auf der Lüderitzstraße

Zum Abschluss geht es in den hohen Norden des Weddings. In der Flop Bar treffe ich u.a. auf eine Frau, die vor einem Jahr aus Syrien nach Berlin kam und deren Familie heute teils noch in Aleppo weilt. Sie möchte syrischen Flüchtlingen in Deutschland die Möglichkeit zur Selbsthilfe geben, indem sie über eine App und Webseite Informationen bereitstellt, die helfen soll, sich unter anderem im deutschen Bürokraten-Dschungel zurechtzufinden. Ein ambitioniertes Projekt, dass es aber verdient, unterstützt zu werden. Es ist, wie ich immer sage: Weniger reden, mehr machen.

 

Wochenende in Bildern: Sonntag

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Schüchterne Matratzenkatze.

Es ist Zeit für eine Premiere. Einen roten Teppich gibt es heute zwar nicht, dafür aber vielleicht einen grau getigerten. Wobei, wäre das nicht grausam? Egal. Seit einigen Tagen schon befindet sich nicht bloß ein Menschenkind in unserer Obhut, sondern auch eine 15 Jahre alte Katzendame mit Knickohr. Babsi ihr etwas extravaganter Name. Bisher ist die Dame zwar nicht sonderlich in Erscheinung getreten, doch gehe ich davon aus, dass sich das in den kommenden Wochen noch entscheidend ändern wird. Internet – Babsi, Babsi – Internet.

 

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Arbeitsweg, nass.

Als Freigeist und freischaffender Selbstversklaver sind mir Montage und Wochenende im Grunde einerlei. Als Vater, dessen Kind noch nicht in die Schule geht sowieso. An diesem Sonntag und das kommt eigentlich auch gar nicht so oft vor, muss ich zur Maloche, wie mancher sagen würde. Mich stört es nicht weiter, denn eigentlich arbeite ich gerne. Es gab Zeiten, da habe ich 70 Stunden in der Woche gearbeitet – und war zufrieden damit. Heute sieht das natürlich anders aus. Zeiten ändern sich, Zeiten ändern Dich. Nur radfahren im Regen, das mochte ich noch nie. Niemals, weder damals noch heute.

 

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Malplaquetstraße ohne Malplaquetstraßenfest. Dafür mit Container.

Ich war der festen Überzeugung, dass hier, jetzt und heute ein Straßenfest statt finden sollte. Und jetzt stehe ich am Späti, aber von Gaucklern und Flohakrobaten ist nichts zu sehen. Schade. Bei so viel Regen hätte ich mir schon gerne mal stilecht einen Glühwein genehmigt. Wie man das eben so macht im Winter.
Ich werde wohl bis nächste Woche warten müssen. Bei meinem Glück aber vergesse ich es bestimmt und in zwei Wochen stehe ich dann wieder hier. Wäre ja auch nicht das erste Mal, das sowas passiert.

 

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Schattenmarkt, noch trocken.

Stattdessen geht es auf den regengeleerten Weddingmarkt, aber so richtig zünden will auch der nicht mehr. Es ist das letzte Mal in diesem Jahr, dass man auf dem Kunstmarkt am Nordufer herumschlendern kann. Sogar warmen Punsch mit Schuss bekommt der geneigte Schlenderer bereits angeboten. Fast hätte ich ja zugegriffen. Aber eben nur fast. Vielleicht war mir bloß noch nicht kalt genug.

 

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Regenboge. Etwas nass, auch schön!

Der restliche Tag plätschert im wahrsten Sinne des Wortes vor sich her und allzu viel passiert dann auch nicht mehr. Außer dieser Regenbogen. Ich habe endlich die erste Staffel Sense8 durchgeflixt und später, wenn alle schläft, fange ich mit der Serie „Narcos“ an. Die Serie über kolumbianische Drogenkartelle der 1980er Jahre macht einen guten ersten Eindruck.

Nächstes Wochenende wird es etwas kompliziert, denn: Am Samstag ist wieder Zeit für die Aktion „12von12“ und am Sonntag ist Feiertag. Mal sehen, wie ich das alles unter einen Hut bringe. Bis dahin. Auf wiedersehen.

22 Kommentare

  1. Oh, herzlichen Glückwunsch zur Katze! Möge Frau Knickohr euren Alltag bereichern. :) Das Leben ist schöner mit Katze und Kind. Bis sie kotzen.
    Sehr tolle Einblicke, wo du dich überall rumtreibst… :D

    • Mit Katze und Kind wird das Leben aber auch anstrengender, oder? Na mal sehen. Zum Glück ist es kein Hund, denn das hätte ich mir definitiv kaum zugetraut. ;)
      LG

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  4. Algunas de las causas médicas que a menudo están relacionadas con la disfunción eréctil incluyen afecciones como diabetes, hipertensión, colesterol alto, enfermedad coronaria, obesidad, trastornos hormonales, alcoholismo y síndrome metabólico. Estas prótesis pueden ser en forma de barras rígidas de silicona o dispositivos hidráulicos que se pueden inflar y desinflar. Comprar Viagra generico contrareembolso. La mayoría de los individuos afectados, han tenido las siguientes características: edad mayor de 50 años, diabetes, hipertensión arterial, enfermedad coronaria, dislipidemia o tabaquismo. A veces, el anillo de constricción y el dispositivo de vacío se combinan con el tratamiento farmacológico.

  5. Incluso en casos de impotencia por problemas físicos, muchos hombres la necesitan para poder problemas de autoestima derivados de esta enfermedad. Si urge de resultados vaya a ereccion total.

  6. Una erección se logra cuando el conjunto de tejidos esponjosos del pene, es decir, los cuerpos cavernosos, se relaja para permitir el flujo de sangre que resulta en la expansión y la firmeza del pene.

  7. Las pastillas del parche, eso es lo que son para mi, un parche para la disfunción eréctil, no tengo ninguna enfermedad, estoy sano, no tengo ningún defecto físico o malformación, soy joven ¿porque para algo tan natural como es tener una relación sexual tengo que depender de eso? Pero también implica que se debe disponer de la libertad para que las enfermedades orgánicas y otras deficiencias no interfieran con la función sexual y reproductiva. https://comprarcialis.online/

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