Alle Artikel mit dem Schlagwort: Vaterblog

Papa allein zu Haus – Der letzte Tag

Der vierte und damit letzte Tag des Enthüllungsberichts „Papa allein zu Haus“ ist angebrochen und gemäß meines Mottos:“Es kann nicht immer bergauf gehen!“, regnet es heute und der Werkzeugkoffer wartet noch immer auf seinen Einsatz. Das Wochenende neigt sich dem Ende. Fleißige Vögelchen haben mir verraten, Freundin und Baby befinden sich mittlerweile auf dem Königsweg und reiten gen Hauptstadt. So bleibt mir nichts anderes als zu hoffen, dass sie unbeschadet die Wirren von Stau und Streik hinter sich lassen und wohl behalten kurz nach Mitternacht hier bei mir eintreffen. Ich werde ihnen zu später Stunde, bei Nacht und Wind natürlich vorsichtshalber entgegen reiten.

Papa allein zu Haus – Tag 03

Wochenende. Logbuch. Wir schreiben Tag 03 der Testreihe „Papa allein zu Haus“. Erste mentale Ausfallerscheinungen werden deutlich und Rettungswagen haben bereits begonnen, regelmäßige Wachdienste einzuführen, um im Ernstfall schnell reagieren zu können. Ja, in Berlin kümmert man sich um seine Mitmenschen. Derweil haben das Familienbett und ich in nächtlicher Verhandlungsrunde beschlossen, dass ich für die Zeit der Abwesenheit von Tochter und Freundin eine Hälfte der Matratze als Schlaftstatt nutzen darf. Währenddessen kann sich die andere Bettseite ein wenig erholen. Ein vernünftiges Angebot, wie ich finde. Die Umstellung von einem halben Bett zurück zu den sonst üblichen 25cm plus Kommode dürfte theoretisch weit weniger drastisch ausfallen, als sagen wir, die Umstellung beginnend von einem ganzen Bett.

Papa allein zu Haus – Tag 02

Dienstag. Tag 02 der Reportage „Papa allein zu Haus“. Noch bis Donnerstag Nacht werden Freundin und Tochter auf großer Verwandtensafari im Süden weilen. Ihre Lebenszeichen erreichen mich heute deutlich seltener und das deute ich als gutes Zeichen. Ob sie wohl alle Großen Fünf der Verwandtensafari erlegen werden: Urgroßeltern, Großeltern, Tanten, Onkel und Neffen? Wer in dieser Runde Löwe bzw. Nashorn oder gar Büffel sein wird, das vermag ich nicht zu sagen. Nicht öffentlich. Das darf die kleine Maus an diesem verlängerten Wochenende ganz für sich allein entscheiden. Prequel zu Tag 01 Wie ich mir die Zeit bisher vertrieben habe, das gibt es unter „Papa allein zu Haus – Tag 01“ zur Nachlese. Ein kurzer Nachtrag sei an dieser Stelle erlaubt, bevor es denn weitergeht: Als das Baby samt Mutter für vier Tage entschwinden „wollte“, stellte ich keine Fragen. Ein kurzes Nicken, ein kurzes Seufzen. Hmhm. Das ganze Arsenal männlicher Kommunikation kam zum Einsatz. Ich griff in die Vollen und schöpfte es aus. Die unverstellte Aussicht auf meinen eigenen Haushalt ohne Quengeleien, Spucktücher und Sabberspuren? Darüber …

Papa allein zu Haus – Tag 01

Meine erste Reportage als Papa allein zu Haus. Eine Reportage über mein erstes Wochenende (ein sogenanntes „Montag-bis-Donnerstag-Wochenende) ohne Familie. Der Irre hat das Irrenhaus übernommen. Sonst schreibe ich gern Kommentare oder Kolumnen in diesem Blog. Heute möchte ich jedoch neue Wege ausprobieren. Und was eignet sich hierfür besser, als die Abwesenheit von Freundin und Baby, während diese auf Verwandtenbesuch sind! Im Idealfall lasse ich euch an allen vier Tagen daran teilhaben. Im schlimmsten Fall wird die Wohnung morgen geräumt. Wer weiß, aber lest selbst. Montag: Countdown zum Wochenende Die Familie geht auf Reisen, besser: Zwei Drittel von ihr, denn ich bleibe zu Hause zurück und versorge die tierischen Wegbegleiter der Familie. Das ist meine Ausrede und es ist eine gute, denn das tue ich wirklich. Der Countdown aber läuft unerbittlich, wie die Abstiegsuhr im HSV-Stadion. Und in Rekord verdächtiger Zeit wird Freundin mit Baby samt halbem Haushaltstand vom Gleis in den Schnellzug getetrist. Dank Reservierung im 1. Klasse-Abteil verläuft diese Aktion mit ansonsten hohem Gruselanteil verdächtig einfach.

Von der Impfung in die Rettungsstelle

Erster Impftermin. Katastrophe in weiß. Im Doppelstich. So unausweichlich wie jede Katastrophe. Impftermin der Kleenen. Beim Kinderarzt. Denn gute Eltern will man sein. Eine Popband der Achtziger Jahre lehrte mich: »Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.« Wie voraus schauend damals. Als ich jugendlich war. Nicht bloß innerlich. Auch äußerlich. Als ich die Band zehn Jahre zu spät entdeckte. Mich ärgerte. Über mich selbst. Heute denn deute ich die Erkenntnis neu. Mal wieder. Die erste Umdeutung geschah des Nachts. Vor vielen Jahren schon. Auf dem örtlichen Polizeirevier. Als mir ein Rentner, der kaum Herr seiner Finger war Blut entnahm. Ohne Befund, wie man später befand. Das Bild der zitternden Hand aber blieb. Es blieb lange. Eine Erkenntnis aufgefrischt. Dann steigt das Fieber auf. Stunden nach der Katastrophe nur. Neuerliche Katastrophen bahnen sich an. Ganz plötzlich. Gegenmaßnahmen werden akquiriert, werden eingeschoben. Mission Zäpfchen, Phase 01. Die Kleene taumelt. Ihr Beobachtungsprogramm herunter gefahren, so scheint’s. Vielleicht phasenweise. Dann schläft sie ein. Von ganz allein. Ohne Prüfprozesse oder elterlichen Tanz. Die Kleene. Am Ende der Kräfte. Die gute …

Hilflosigkeit eines Vaters

Als Papa ist man Superman und zwar der echte und nichts weniger. Aber auch die Clownsschuhe streift man sich von Zeit zu Zeit mal über. Die passen natürlich nicht zum Superman-Outfit. Manchmal ist er meine Lieblingsrolle, der Clown. Sich innerhalb sozialer Konventionen unangebracht verhalten. An die Väter, die dieses Potential nicht erkennen: Wenn man nicht der Clown für die Kleene sein kann, zumindest manchmal, wer ist man dann? Der Verkehrssicherheitsbär?

Die ersten drei Monate

Es ist soweit. Mit dem heutigen Tag sind’s zwölf Wochen. Ein volles Quartal. Ich sage mir, Baby-Wochen zähle man besser in Hundejahre. Eine Baby-Woche gleich ein Hundejahr. Ein Hundejahr entsprechend sieben Menschenjahre. Eine Baby-Woche ergäbe sieben Menschenjahre. Eins im Sinn, Moment! Soeben sind 84 Menschenjahre vergangen. Mit ihr. Ein ganzes Leben schon. Ein Blick auf die innere Uhr verrät: das stimmt. Es muss stimmen. Jedes vergangene Leben scheint lang und länger her. Die Legende von Johnny. Mythos Mamabär. Vor 84 Jahren. Ich möcht’s glauben, es scheint real. Heißt das, ich bin nun älter als mein Opa? Sind wir uns zu früh begegnet? Habe ich die Zukunft verändert? Wo ist der Sport-Almanach? Wo hab‘ ich ihn liegen lassen? Und überhaupt. Doc Brown wüßte, was zu tun wär‘. Drei Monate. 84 Jahre. Hundejahre einer Kaiserin. Eine Baby-Woche gleich ein Hundejahr. Eine Baby-Woche sieben Menschenjahre. Ein Baby-Wochentag ein Menschenjahr. Stunden Vaterseins wie andere Jahre erleben. Prüfen, ob das Baby noch atmet. Morgens. Wenn das Baby schläft. Geduldiger wird man vielleicht. Ausgeglichener keinesfalls. Im Gegenteil. Jeder Tag wird Gegenteil-Tag.