Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kind

spielplatz

Blog-Parade: Mommy wars

Als Vater bin ich kürzlich fünf Monate alt geworden. Ich kann mich von meinem Rücken behende auf den Bauch drehen und ich schnappe nach Allem, was man mir vor die Nase hält. Dies ist also ein neuväterlicher Beitrag zur Blog-Parade „Mommy wars“, gestartet von MamaOTR, Muffinqueen und momsoffice. Gleichzeitig ist’s auch mein erster Marsch auf einer Parade. Soviel Neues, also los geht’s!

Eltern, das sind die anderen

Eltern? Das sind die anderen. Das sind die Enddreißiger am Helmholtzplatz. In den Cafés. Das sind die leicht Versumpften im Wedding. Die Kreativen und die Hipster in Neukölln. Und in Marzahn? Ja, dort gibt es bestimmt auch Eltern. In Dachgeschosswohnungen. In der Siemensstadt sowieso.

Baby-Ratgeber haben Hausverbot

Wenn die Kleene beschlossen hat zu brüllen. Wenn sie sich vom zugeteilten Elternpersonal par tout nicht trösten läßt, dann rede ich mit ihr. Ich erzähle ihr ganz unpädagogisch von den dunklen Seiten. Ich rufe ihr zu, ein Schreibaby sie sei. Unbeeindruckt wie so oft zeigt sie sich dann, bisweilen sogar nonchalant. Sie brüllt mich an. Dann tanzen wir. Im Wohnzimmer. Und manchmal dauert es nur wenige Minuten und sie wechselt vom Brüll-Modus in die Observation. Alles genau beobachten, ganz besonders aber mich: Ob ich Schritte zähle. Ob ich das Zeug zum Beschützer habe. Wie stark die Macht in mir ist. Ich zeige dann manchmal meine Zähne. Ich stampfe mit dem Fuß. Manchmal beruhigt sie das. Und manchmal, nach ca. 45-90 Minuten schläft sie ein. Gedachtes Brustklopfen. Ich sage dann: Klammerblues mit Kind statt Papas Gorilla-Workout. Die Kleene. Anspruchsvoll, aber kein Schreibaby. Hochsensibel und regulationsgestört. All das sagt die Wissenschaft. Dem Kind einen Namen geben, das ist eine Herkules-Aufgabe. Eltern wissen das. Die Wissenschaft scheitert an dieser simplen Übung, wie sie auch an sich selbst scheitert. …

IMG_3784

Ein Sonntagskind: Entbindung auf der Zirkusstation

Samstag, der 05. April 2014. Das war der am häufigsten errechnete Geburtstermin für unsere Tochter. Ausgerechnet an Kurt Cobains 20. Todestag sollte sie also auf die Welt kommen und ganz klamm und heimlich wollte mir das ja gefallen. Ein cooles Datum, das ich mir zudem leicht merken hätte können. Bei unserem Glück jedoch würde das Kind wahrscheinlich am 1. April, nämlich als Aprilscherz auf die Welt kommen. Auch das hätte irgendwie gepasst. Dann kam es aber doch alles ganz anders.

rosa

Episode 01: Die rosa Bedrohung

Wir hatten Glück und mit „Glück“ meine ich „wirklich großes Glück“. Es wurde kübelweise teils aus Pappkartons, teils aus gemieteten Lastern über uns ausgekippt. Und unsere größte Aufgabe bis zum errechneten Geburtstermin lautete: Sortieren und Sichten dieses wahnsinnigen Glücks. Es war der niemals zu enden scheinende Versuch, etwas Gegenwart in die zukünftige Elternschaft zu holen. Und dann ging alles ganz schnell und die ferne Zukunft wurde plötzlich ein schlafloses Jetzt. Ein schlafloses Jetzt in rosa.