Papa-Blog
Kommentare 2

Blogparade: Schöne Kindheitserinnerungen (schaffen)

Schoene Kindheitserinnerungen

Sarah hat auf ihrem Blog ‚mamaskind.de‘ zur einer Blogparade mit Thema „Schöne Kindheitserinnerungen“ aufgerufen. Welche meine persönlich schönste Erinnerung an diese Zeit ist, vermag ich gar nicht so genau zu sagen. Auf jeden Fall muss sie aber mit Dingen und Orten zu tun haben, die ganz weit weg liegen. Wie die Milchstraße zum Beispiel. Oder dem Wattenmeer. Oder beidem.

Ich gehöre zu einer Generation, deren Eltern ihre Kinder einfach zum Spielen vor die Tür geschickt haben. Und niemand wäre seinerzeit auf die Idee gekommen, Jugendamt oder Polizei mit der Information zu belästigen, dass da gerade ein Sechsjähriger ganz allein und ohne Aufsicht auf der Wiese spielt.

Selbständig in der Stadtnatur unterwegs zu sein, Abkürzungen zu entdecken, unbekannten Wegen zu folgen. Viele, dieser Eindrücke habe ich mir selbst gesucht – und so manches Abenteuer ist daraus entstanden. Nur das Ende des Gleistunnels, das habe ich nie erreicht. Das war mir dann doch zu gruselig. All diese Kindheitserfahrungen empfinde ich heute als großes Glück.

Die schönste Erinnerung ist also gar nicht so sehr an einen bestimmten Moment geknüpft, sondern viel mehr ein Sammelsurium aus Eindrücken, die sich über einen bestimmten Zeitraum hinweg, nennen wir es mal, angesammelt haben. Andere würden sagen, „Kindheit eben“. Unbeschwert und „normal“ war sie zwar nicht, meine Kindheit, aber das bedeutet auch nicht, dass sie nicht schön gewesen wäre.

Einen bestimmten Moment, der es verdient hat, besonders betont zu werden, den gibt es allerdings tatsächlich. Ich nenne ihn:

Die Milchstraße im Wattenmeer

photo-1444573997188-93a7ea73940f

Während viele Kinder entweder allein oder mit Familie an die Ostsee fuhren, verbrachte ich meine erste Jugendfreizeit auf einer kleinen Insel nicht in der Ost-, sondern in der Nordsee. Neuwerk hieß die kleine Insel. Ein Leuchtturm, ein Kaufladen, ein Friedhof und ein Zeltplatz. Mittemang ein Bauernhof und rundherum nur Watt und Wasser und jede Menge lauter Vögel.

Auf dieser Jugendfreizeit, während derer man in ausrangierten Bundeswehrzelten campieren durfte, gab es viele Kinder, die deutlich älter waren als ich. Warum einige dieser „Großen“ so schweres Heimweh hatten, das habe ich nie verstanden. Ich kenne dieses Gefühl von Heimweh bis heute nicht. Zuhause sein? Das kann ich beinah überall, auch im ‚unterwegs‘. Aus mir wäre wohl ein guter Urzeitmensch geworden.

Was die Menschheit seit Urzeiten wohl schon beschäftigt, habe ich erst so richtig während dieser ersten Jugendfreizeit, weit weg von Zuhause kennen gelernt. Ein Blick in den Nachthimmel verrät’s: es ist die Milchstraße.

Diese Sternenfülle kannte ich aus der Stadt nicht. Ich kannte den „Großen Wagen“, den „kleinen Wagen“ auch und wie man anhand dieser beiden Sternenbilder den Norden findet, das wusste ich ohnehin schon längst.

Zwölf Nächte mitten in der Nordsee Milchstraßen, Sternschnuppen und Satelliten anschauen. Das ist eine schöne Kindheitserinnerung. Zugegeben, mit den anderen Kindern war es auf dem Deich tagsüber auch schön.

Schöne Kindheitserinnerungen schaffen

Und wer weiß, vielleicht werden wir uns heute als Familie irgendwann einmal auch auf den Weg machen, die Milchstraße zu erreichen. Vielleicht in Brandenburg. Oder doch an der Ostsee? Während eines Urlaubs an der Küste oder auf einem Bauernhof. Oder beidem. Wo es auch sein sollte, Hauptsache Sternenhimmel. Das wäre doch ein schöner Gedanke und eine schöne Erinnerung obendrein. Vielleicht geht es aber auch gar nicht so sehr um die Milchstraße, sondern einfach darum, gemeinsam etwas zu entdecken.


Weitere schöne Erinnerungen findest Du unter mamaskind.de. Viel Spaß.

2 Kommentare

  1. Huhu,
    Mensch, dieses Wort Jugendfreizeit kenne ich nicht, hab ich so oft gelesen. Bei uns hieß das Ferienlager. :)
    Das stimmt: die schönsten Sterne sieht man auf dem Land. Auch wenn ich damit überhaupt nichts anfangen kann. Den Großen Wagen finde ich aber bestimmt.
    Nochmal auf’s Dorf ziehen, die vermeintliche Unbeschwertheit genießen, wohnen, wo andere Urlaub machen, das wär’s doch…
    Danke für deinen Beitrag. :)

  2. Pingback: Fazit zur Blogparade zum Thema Kindheit - Auswertung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.