Mama-Blog
Schreibe einen Kommentar

Papa und Tochter alleine zu Hause lassen?

IMG_0982

Seitdem ich wieder arbeite, verbringt unsere gemeinsame Tochter viel mehr Zeit allein mit ihrem Papa. Kleinere Rückschläge gibt es immer mal wieder, wie zum Beispiel beim am letzten Wochenende zu erfahren war. Dennoch bin ich guter Dinge, dass das mit den beiden auch langfristig klappen wird. Ich wünschte bloß, ich könnte manchmal Mäuschen spielen, wenn Papa und Tochter ganz unter sich sind.

Am liebsten Mäuschen spielen..

Das Badezimmer ist mein persönlicher Rückzugsort. Auch oder gerade jetzt, wo ich wieder angefangen habe zu arbeiten. Seitdem haben Johnny und die Kleene nämlich nicht mehr so viel Angst, gemeinsame Zeit zu zweit ohne mich zu verbringen. Das bedeutet auch, ich darf ab und zu auch mal alleine pullern. Oder ganz verrückt: Alleine duschen. Ab und zu jedenfalls.

Neulich, als ich meine Zeit im Badezimmer zubrachte, durfte ich wohl einen kleinen Ausschnitt dessen erleben, was im Wedding so los ist, während ich im tiefsten Neukölln Hundebesitzern erkläre, dass sie ihrem Dackel bitte keine Chillischoten zu fressen geben sollen, nachdem dieser das Brillenputztuch verspeist hat. Ja, Hunde sind eben auch nur kleine Kinder. Genau wie ihre Besitzer.

Ich stehe also hinter der geschlossenen Badezimmertür, als ich Gequengel höre: „Aber das ist MEIN Keks!“, gefolgt von einem Schluchzen. Meine Tochter gehört nicht zu den Sprachwundern, die mit 16 Monaten komplette Sätze einwandfrei in Extremsituationen (gestohlener Keks) artikulieren können. Ehrlich gesagt, sie sagt nicht einmal Mama. Was war also passiert? Die Kleene hat dem Papa den Keks aus der Hand geklaut. Klassischer Mundraub. Der Keks bestand übrigens aus Zucker, Schokolade, Weißmehl und sicherlich noch irgendwelch anderem Teufelszeug.

Schritt für Schritt und Keks für Keks

Ich stehe im Bad und grinse. Er wird es lernen. Wenn es aus dem Augenwinkel essbar aussieht: Sofort zugreifen, in den Mund stecken, runterschlucken. Nicht nachdenken, nicht kauen, denn ansonsten hat es die Kleene. Und wenn sie es hat, wird es manchmal einfach nur angeleckt und danach schlicht und ergreifend weg geworfen. Johnny’s Keks hatte wohl die Ehre verspeist zu werden, zumindest teilweise, wenn ich der Beweisführung durch den Besen am Abend trauen darf.

Nach dem Nudeldesaster aus vergangenen Tagen, über das ich nur kryptisch in Stichworten mit „Küche“, „abgefackelt“, „Rauch im Hausflur“ und „bin draußen“ informiert wurde und anschließend mit meinen Gedanken hierzu mit meinen Kollegen alleine war, denke ich, ist ein geklauter Keks eine großartige Verbesserung. Meine Freundin – die ihren Freund ebenfalls mit Kind alleine lässt um zu arbeiten – und ich scherzen ab und zu: Es ist egal, ob sie weinen! Hauptsache ist, sie überleben, bis wir wieder da sind. Sie meinte ihr Kind.

Nun, nach der Offenbarung meines geheimen Rückzugsortes werde ich mir wohl oder übel etwas anderes einfallen lassen müssen, wo ich mich verstecken kann. Der Vogelkäfig böte sich an. Oder das tolle neue Papphaus, das ich gerade baue. Irgendetwas wird sich schon finden. Ich bin offen für Vorschläge aller Art. Auch wenn sie Dich am Ende doch überall finden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.