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Die Schatten des Kombi-Kinderwagentests der Stiftung Warentest

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In der Februar-Ausgabe der Zeitschrift „test“ wurden in der Rubrik „Freizeit und Verkehr“ 14 Kombi-Kinderwagen verschiedenster Hersteller mit folgender Erkenntnis getestet: wenig Licht, viel Schatten und viel, viel Geld macht’s irgendwie auch nicht besser. So sorry, Stokke. Frischen Eltern jedenfalls und das ist meine persönliche Meinung, ist von diesem Test der Stiftung Warentest unter allen Umständen abzuraten.

Sei Ware und stifte Verwirrung

Aber warum? Dass die Stiftung Warentest diesen Test durchführt, dafür muss man als Elternteil natürlich erst einmal dankbar sein. Diese Tests bewirken herstellerseitig oftmals etwas. Die dem Test zugrunde gelegten Kriterien, wie u.a. „kindgerechte Gestaltung“, „Handhabung“ und „schadstofffreie Verarbeitung“ erscheinen darüber hinaus äußerst sinnhaft. Allerdings hinterlassen sie alles in allem leider einen eher oberflächlichen bis schiefen Eindruck.

Zitat:“Für Mittelgroße und Große [Kinder]“ oder „Nur für mittelgroße Erwachsene, kaum Schrittfreiheit“

Als spezifische Angabe auch eher nur so mittel.

Und die kleine Sophia? Über Sophia, die auf zwei Bildern als Beweis zu schmaler bzw. zu kurzer Tragetaschen herhalten muss, erfährt man zwar Alter, aber weder Größe noch Gewicht. Ich frage mich, warum sie eine Mütze auf dem Kopf, aber keine Socken an den Füssen trägt? Sieht sie auf den Fotos vielleicht deswegen so missmutig aus und gar nicht wegen der Beengtheit?

“Das Liegebedürfnis wird bei diesen drei Wagen ignoriert; sie wurden deshalb mit Ausreichend bewertet. (SE)“

Darüber hinaus heißt es im Text, das Babys erst ab einem Alter von sieben Monaten eigenständig zu sitzen lernen und bis dahin v.a. während des Schlafens unbedingt flach liegen sollten. Die Sitze der Kombi-Kinderwagen der Marken Joolz, Bugaboo und Stokke wurden aus diesem Grund im Kindersitz-Segment auf die Note 3,6-4,5 herunter gestuft. Die Ergebnistabelle hingegen besagt zeitgleich, dass neun von 14 Sitzen für Babys ab dem sechsten Monat geeignet seien. Hier wird die Herstellerangabe übernommen, was legitim, aber etwas verwirrend ist.

Testsieger mit einer Gesamtnote von 2,9 wird der Kombi-Kinderwagen Britax Go. Dessen Sitz lässt sich allerdings auch in keine flache Position bringen. Herabstufend wirkt es sich auf das Britax-Testergebnis indes nicht, zumindest ist es nicht ersichtlich. Der Britax-Kindersitz erhält die Note 2,6-3,5 und nicht wie beispielsweise der Sitz von Bugaboo die Note 3,6-4,5 – und das bei vergleichbarem Raumangebot.

Gewichtung der Test-Kriterien

Moderat verwirrt, tut die Gewichtung der verschiedenen Test-Kriterien ihr Übriges. Der „kindgerechten Gestaltung“ werden nachvollziehbare 45% der Gesamtwertung zugestanden. Sie umfasst Faktoren wie Sitzkomfort oder Federung. Warum aber wird die Kategorie „Sicherheit“ gerade einmal mit 5% der Gesamtwertung gewichtet? Sind Themen wie Standfestigkeit nicht mehr zeitgemäß? Oder wurde diese getestet, passte aber nicht mehr in den Fünfzeiler, den man als profundes Testergebnis für jeden Kombi-Kinderwagen präsentiert?

Und warum sind in diesen 5% nicht einmal die Sicherheitsgurte sowie deren Verarbeitung, Verstellbarkeit bzw. Verankerung inkludiert? Warum laufen Gurte unter der Kategorie „Gestaltung“ und finden lediglich als Beiwerk in der Ergebnistabelle Erwähnung? Es stimmt natürlich, dass die Gurte auch den visuellen Gesamteindruck des Kinderwagens bestimmen. Als Vater ist mir das dreifarbige Vierecksmuster der Sicherheitsgurte jedoch weniger wichtig, deren Belastbarkeit und v.a. Verarbeitung.

Ein Fünfzeiler ist kein Testergebnis für einen Kombi-Kinderwagen

Als backofenfrisches Elternteilchen will ich alles richtig machen. Dementsprechend verantwortungsbewusst und informiert möchte ich sein. Die Stiftung Warentest ignoriert diesen Umstand scheinbar großzügig. Schade, denn von einem Kombi-Kinderwagentest erwarte ich mehr als nur einen knappen Fünfzeiler, der mir als definitives Testergebnis präsentiert wird. Ich erwarte Transparenz, ich erwarte Hingabe zum Detail und vor allem erwarte ich, dass sensible Themen wie Sicherheit stärker gewichtet werden. Nur wenig davon weiß die Stiftung Warentest zu bieten.

Vielleicht verlange ich von einem Printmedium zu viel. Vielleicht verlange ich wie alle Eltern, die eierlegende Wollmilchsau. Vielleicht sollten Kombi-Kinderwagen ähnlich wie Kindersitze in Zukunft kurzerhand vom ADAC durchgeführt werden. Dort scheinen sie manchmal besser aufgehoben, denn selbst Stiftung Warentest ordnet Kinderwagen in die Kategorie „Freizeit und Verkehr“ ein.

Bis dahin rate ich allen Babyschiebern in spe:
Gehen Sie über Los, besuchen Sie das nächste Ladengeschäft und lassen Sie sich fachkundig beraten. Probieren Sie die verschiedenen Modelle vor Ort einfach aus. Ganz ohne Internet. Wie schon zu Großmutters Zeiten. Das ist noch die sicherste Methode. Denn so viel Zeit muss sein.*

*Vater Postkutsche winkend ab

In der monatlichen Zeitschrift „test“, Ausgabe Februar 2015 kann der Test ebenso nachgelesen werden, wie auch online unter test.de/kinderwagen im Einzelabruf für 2,50 Euro als .pdf-Datei.

17 Kommentare

  1. Ja, ist mir schon oft aufgefallen, das man die Testergebnisse sehr genau begutachten muss. Nicht alles was hohe Gewichtung hat und somit das Ergebnis schönt ist für einen auch sinnvoll.

  2. Irgendwie erinnert mich das manches Mal an „Autotests“ – derNutzwert sieht daher bei manchen Platzhirschen dann ganz anders aus.
    Ich bin froh, dass wir die Auswahl schon einige Zeit hinter uns haben. Bei Zwillingskinderwagen gab es vor knapp 7 Jahren im örtlichen Fachhandel nicht so viel Auswahl. Bereut haben wir es nicht. Schön finde ich, dass ein Auge auf die Schadstoffe in den Materialien gelegt wird. Ich stimme dir zu, dass man das Thema Sicherheit ruhig höher gewichten könnte.

    • Ich stimme Ihnen da voll und ganz zu. Das Thema Sicherheit und Materialien sollten in einem Kinderwagn-Test hoch gewichtet werden.

  3. Hallo die Herren, ich bin über Google auf diese Seite gestoßen. Ich habe mir im Fachgeschäft die verschiedenen Modelle angesehen und habe mich nun auch für einen Kombikinderwagen entschieden. Bin damit aber super zufrieden !!

    • Genau, wenn man sich gut beraten lässt und vor Ort die Kinderwagen in Augenschein nimmt, dann findet man mit Sicherheit etwas Passendes. Man sollte sich bloß nicht allzu sehr auf diese Testergebnisse verlassen. ;)

  4. Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Nicht immer müssen Testberichte der Wirklichkeit entsprechen und es kommt auch oft vor, dass sich verschiedene Testberichte vom gleichen Produkt widersprechen. Man kann Testberichte jedoch als Anhaltspunkte benutzen und sich das Produkt anschließend im Laden anschauen. So geht man auf Nummer sicher.
    Mit besten Grüßen,
    Viola

  5. Das ist doch mal ein ehrlicher Artikel, danke dafür! Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Testberichte etwas umfangreicher gestaltet werden.

    Ich für mein teil lege Wert auf Funktionen und eine umfangreiche Ausstattung. Aber auch die Qualität spielt eine große Rolle, egal ob ich einen Kinderwagen oder ein Babybett kaufe.

    Beste Grüße
    Rayk

  6. La causa en hombres de menor edad suele ser, principalmente, algún problema emocional. Este problema se hace más común a medida que envejece, pero no ocurre siempre así y tampoco es parte natural del envejecimiento. Pero generalmente, es recomendable hacer unos análisis de sangre para determinar los niveles de hormonas, el colesterol, la glucosa para detectar la presencia de diabetes y comprobar el funcionamiento del hígado y riñones. Comprar Viagra generico barcelona.

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