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Eingewöhnung

Nach drei Monaten Eingewöhnung

Irgendetwas scheint mit dem Wort ‚Eingewöhnung‘ nicht zu stimmen. So oft höre ich, wie sie scheitert, wie sie abgebrochen werden muss oder wie sie einfach nur stagniert. Warum das so ist, vermag ich nicht zu sagen. Je öfter ich jedoch davon höre, desto dankbarer bin ich, dass es bei uns anders verlief. Vielleicht ist ‚Eingewöhnung‘ auch einfach nur der falsche Begriff, der seinerseits völlig falsche Erwartungen schürt. Das Kind gewöhnt sich nicht einfach daran, regelmäßig von Menschen außerhalb der Familie betreut zu werden. Es lernt, sich auch ohne Eltern sicher fühlen zu können. Und Sicherheit ist Vertrauen ist Gefühlssache.

Väter die neuen Helden

„Väter – die neuen Helden“? Nicht schon wieder!

Am Montag lief in der WDR-Reihe „Hier und heute“ der erste Teil der Reportage „Väter – die neuen Helden“. Zwei Väter in spe sowie drei weitere Väter bewegen sich in ihrem natürlichen Habitat und zeichnen das Bild eines modernen Vaters. So weit die story line. Im Bezug auf so genannte „väterbewusste“ Personalpolitik teilweise vielleicht etwas zu unkritisch, vermittelt das Gezeigte doch ein hohes Maß an Authentizität. Eine Frage kann mir die Männerrunde aber dennoch nicht beantworten: warum müssen Väter immer und immer Helden sein? Das nervt!

Väter

Sind Väter die besseren Mütter? – Ein Spiegel-Fail

Die Titelgeschichte der aktuellen Spiegel-Ausgabe lässt aufhorchen: „Sind Väter die besseren Mütter?“ Allein, wer sollte diese Frage vernünftig beantworten? Für den Großteil der Väter, so jedenfalls meine Beobachtung, ist diese Frage gänzlich irrelevant, denn: sie leben ohnehin das Ernährermodell. Der kleinere Teil der Väter, den man manchmal auch ganz gern als „modern“ beschreibt, hat für diese Frage mindestens ebenso wenig Verständnis. Ich möchte aber kritisch anmerken: im Gegensatz zu den sogenannten modernen Vätern existiert so etwas wie in der Titelgeschichte angeführte ‚maternal gatekeeping‘ scheinbar tatsächlich. Das ändert an der väterlichen Selbstherrlichkeit natürlich gar nichts.

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Früher ist mir Kinderarmut nicht aufgefallen – und heute?

Ich habe den Großteil meiner Kindheitstage in verschiedenen Restaurants, kleinen Kneipen und größeren Bowlingbahnen zugebracht. Was all diese Orte gemeinsam haben ist, dass sie auf den ersten Blick nicht unbedingt den Eindruck erwecken, für Kinder besonders geeignet zu sein. Oft sind jene Orte laut, von fremden Menschen erfüllt und früher oftmals auch noch mit Nikotinausdünstungen verseucht. Manch einer schüttelt heute den Kopf, wenn ich davon erzähle. Trotzdem würde ich nichts und niemanden gegen diese Kindheitstage eintauschen wollen. Es hätte zudem auch sehr viel schlimmer kommen könnten. Mit einer alleinerziehenden Mutter auf der Straße aufwachsen zum Beispiel. Das Kinderarmut heute immer noch existiert, ist mir kürzlich wieder schlagartig klar geworden.

Spielplatz

Die väterliche Tragödie auf dem Spielplatz

Machen wir uns doch nichts vor: Der Sommer ist längst schon aus den Köpfen und der feine Herr Novemberfrühling hat seine bunten Socken zusammengelegt, gebügelt und ist mit den letzten Gänsen bereits über alle Berge. Für uns aber, die nicht einfach so wegfliegen können oder zu ungeschickt sind, ihre Socken vernünftig zu bügeln, für uns wird der herbstliche Wind rauher, der Tag ein wenig dunkler und der Spielplatzsand wird, mit etwas Fantasie, denn die braucht es schon, zu einem Anagram für, na klar: Nierenbeckenentzündung. Doch das ist nicht die eigentliche Tragödie an diesem heutigen Spielplatztag. Die eigentliche Tragödie ist der coole, achtsame Vater, der aber im Grunde überhaupt nicht weiß, was er da tut – weder mit sich, noch seinem Nachwuchs oder dessen Bedürfnissen. Das soll kein weiterer Beitrag zur „Idiot dad“-Diskussion sein, sofern die überhaupt noch läuft, sondern einfach nur das spontane, laute Hoffen darauf, dass ich als Vater hoffentlich immer uncool und ein klein wenig aufmerksam bleiben werde. Eine Spielplatzgeschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht.

Mein Alltag ist nicht ihre Kindheit

„Dein Alltag ist ihre Kindheit“? Zwei Gründe dagegen!

Es gibt Sprüche, die bündeln in ihrer Kürze so manch kluge Wahrheit, für die es sonst ganze Bücher gebraucht hätte. Eine klare Erkenntnis knackig auf den Punkt gebracht. Als verdeckter Pädagoge weiß ich besonders solche kurzen Wege zum Ziel zu schätzen, verliere mich aber selbst gern mal auf dem Weg dorthin. „Dein Alltag ist ihre Kindheit“ – das ist einer dieser Sprüche, die speziell in den letzten Wochen wieder durch den Blätterwald des sozialen Internets gerauscht sind. Besonders dieser Spruch berührt, er macht nachdenklich und irgendwie will es ja auch stimmen. Aus meiner eigenen Erfahrung als Sohn einer Alleinerziehenden sowie heute als Vater einer Tochter, denke ich manchmal: Mein persönlicher Alltag ist wirklich das letzte, was ich mir für die Kindheit meiner Tochter wünsche. Aus zwei ganz einfachen Gründen.

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Langzeitstillen aus Papa-Sicht

Ob an der Brust stillen oder abpumpen und Fläschchen geben? Ob gänzlich auf Milchnahrung setzen oder vielleicht doch mit alternativer Giraffenmilch ernähren? Solche Fragen habe ich mir bis zur unverhofften Schwangerschaft meiner Freundin nicht gestellt. Warum auch? Seitdem ich aber eine vollgestillte Tochter habe, weiß ich natürlich, was Stillen wirklich bedeutet. Und mittlerweile beschäftigen mich ganz andere Fragen. Was bedeutet eigentlich Langzeitstillen? Und was bedeutet es für mich als Vater? Oder ist es vielleicht gar nicht so wichtig, wie lange ein Kind gestillt wird? Eine Annäherung an ein vermeintlich schwieriges Thema.

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Prügelstrafe? Gewalt gegen das eigene Kind? Niemals,.. oder?

Ich wurde von vom Bloggerkollegen dads-finest bzw. Sven dazu eingeladen, mich zum Thema Prügelstrafe bzw. Gewalt gegen Kinder zu äußern. Meine Position zu beidem ist jedoch so perlenklar, man könnte sie in einem einzigen Satz zusammenfassen und hätte dennoch alles gesagt. Da mir das Thema immer wieder in meinem Alltag begegnet, ergeben sich für mich dann aber doch noch einige Fragen.

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12 Anzeichen für einen „Vaterschaden“

Wenn AltenpflegerInnen alles, was sie sagen mindestens zwei bis dreimal wiederholen, dann spricht man hinter vorgehaltenen Bettpfannen gerne von „professional damage“. Berufskrankheit. Vatersein ist leider immer noch kein Ausbildungsberuf und doch bringt er so manch skurrile Symptomatik mit sich. Ich beobachte dieses Phänomen schon seit einer Weile und nenne es seit Neuestem ironisch: „professional Vaterschaden“.