Papa-Blog
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Jedes Familientheater braucht ein schwarzes Schaf

Theatron

Ein Geständnis: Ich spreche meist nur zögerlich von „Familie“, wenn es um meine eigene geht. Auch im virtuellen Leben ist das nicht anders. Manche sagen Familie, ich nenne sie lieber Verwandtschaft. Und auch dann bleibt sie ein Zitat, und zwar ein sorgsam einstudiertes. Im Grunde denn, und das muss ich eingestehen, bleibt mir ihr Wesen immer auch ein wenig fremd.

Tritt sie in Erscheinung, dies sogenannte Familie, dann nicht so sehr als Gefühl, sondern viel eher als Leinwand vielleicht, im Hintergrund als Rauschen oder im Abspann. Dort erscheint sie unter Stuntmen oder Extras oder „Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig“. Das möchte ich nicht falsch verstanden wissen – es ist nur eine völlig andere Art von Band. Eines, das ohne Spannung hält und kein Bekenntnis einfordert. Darauf lässt sich durchaus aufbauen, denn es gab und gibt mir Freiheit, und zwar auf ungewöhnliche Weise. Und das umso mehr als Vater heute.

Das schwarze Schaf

Diese ungeliebte Rolle, sie wurde mir auf den Leib geschrieben und zwar von meiner Mutter selbst. Hauptsächlich in einer Zeit, als sie mehr oder minder mit ihrer eigenen Familie brach. Also vom ersten Tage an, noch vor der Geburt. Als Teenage-Mom blieb ihr auch gar nicht viel anderes übrig, dies sei ihr zugestanden. Die Hoffnung ihrer Eltern lag auf dem Zweitgeborenen, lag auf ihrem Bruder und zwar ganz allein auf ihm. Irgendwann werde ich seine Geschichte teilen, heute aber bin ich noch nicht so weit.

Verdient habe ich sie mir redlich, die Rolle des schwarzen Schafs. Im Laufe der Zeit. Bewusst war mir die Verantwortung schon früh und die Rolle erzeugte in mir eine gewisse Sympathie. Niemals habe ich die jugendliche Abkürzung gewählt und beispielsweise Drogen genommen. Das schien so einfach. Rebellion und Schwarzes-Schaf-Sein waren mir noch echtes Handwerk. Politik, Philosophie und selbstgerechtes Widerwort, manchmal anstatt Schweigen. Das ganze hohe Ross reiten, das war meine bevorzugte Taktik.

Dass ich mich nach der Schule nicht festlegen konnte.. nicht auf eine passende Zukunft, nicht auf eine passende Richtung, geschweige denn eine passende Stadt, all das brachte mir die passende Belohnung ein: nämlich das schwarze Ehrenfell. Beinahe fünfundzwanzig Jahre lang unangefochten mein eigen blieb’s. 25 Jahre am Stück konnt’ ich’s verteidigen. Ein Leben lang. Meine Lieblings- und Paraderolle blieb’s, das schwarze Schaf. Ich kann all seine Textstellen aufsagen, morgens um halb drei bei verbundenen Augen in allen Zeitzonen dieser Welt. Bis zum Ende meiner Tage. Dem Anti-Geiseltraining sei Dank. Das schwarze Schaf, zweifelsohne, das bin ich. So dachte ich, so wusste ich.. bis ich Vater wurde.

Ein Papa-Wanderpokal?

Eine neue Rolle ist mir seit Neuestem angedacht, so scheint’s. Durfte ich ein Leben lang und länger das schwarze Fell mit Augenmaske tragen, für die neue Saison ist ein neues Kostüm mir zugedacht. In der Vaterrolle werd’ ich nun angepriesen. Mit einem Anflug von Stolz, sofern mein Eindruck mich nicht täuscht. Mein schwarzes Fell, so lieb gewonnen, es liegt verwaist. Statt dessen Lob. Von ungewohnter Stelle. »Du hast in Deinem Leben vieles richtig gemacht« statt »Hast Du?«- und »Du musst doch«-Monologe. Bin ich plötzlich keine Rolle mehr, sondern ein Vater-Wanderpokal anstatt? Ich muss mein unwillkürliches Lachen unterdrücken. Um den Schein zu wahren. Irgendwo da draußen schaufelt jemand Sand. Wie passend. Ich muss wohl tiefer graben.

Ein Nachfolger für den Thron

Eine Antwort find‘ ich indes nicht. Wird das Familienensemble vielleicht altersmilde? Rückt mein Stiefbruder auf, um meinen Thron zu besetzen? Westeros und die sieben Königreiche im Wedding? Vielleicht ist mein Stiefbruder ein Irrender, kein Eroberer. Einer, der immer unterwegs ist, bis ihn jemand findet. So, wie ich einer war, ein Fahrender. Ich wollte gar nicht gefunden werden. Und ein Teil wird’s immer bleiben bzw. eben gerade nicht. Aber ist er, mein Stiefbruder wirklich Schafmaterial? Meine Erfahrung lässt mich zweifeln.

Nur so viel ist klar: das Fell ist ein großer Teil von mir. Sollte ein anderer mir folgen, wird er sich sein eig’nes Fell erwerben müssen. Meins kommt in die Kiste und wird nur noch zu runden Feiern auf die Bühne gebracht. All das macht mich skeptisch. Meine Tochter hingegen, so stelle ich mir Familie vor, wird es nicht mehr tragen müssen. Auch wird sie sich kein eigenes erwerben müssen. Das schwarze Schaf, das gibt es bis auf Weiteres nicht mehr. Letzter Akt, die Lichter aus. Und ich probe für die neue Rolle.

2 Kommentare

  1. En estos hombres entraña además una presión más alta que en personas mayores. A medida que envejezcas, es posible que tardes más tiempo en tener una erección y que esta no sea tan firme. Existen estudios prospectivos de seguridad ocular que apoyan la baja probabilidad de sufrir alteraciones oculares serias. Comprar Viagra generico barcelona. Los inhibidores de la fosfodiesterasa V no producen la erección, independientemente del deseo sexual, aunque intensifican la respuesta eréctil ante la estimulación sexual. Puede resultarle difícil hablar con un profesional de la salud sobre la disfunción eréctil.

  2. La frecuencia de esta complicación es muy rara, considerando el gran número de usuarios (38 casos en aproximadamente 30 a 40 millones de usuarios) y puede estar asociada a factores predisponentes de ateroesclerosis. Entre los motivos por los que se produce este inconveniente en los hombres se pueden encontrar múltiples condicionantes: problemas de estrés, la toma de medicamentos, padecer alguna enfermedad o factores como la edad son algunas de las razones por las que puede darse este caso.

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