Papa-Blog
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Aus Vatersicht: Das Baby vegetarisch ernähren?

MrLapinskyManche Themen präsentieren sich wie das rosa Kaninchen aus der Batteriewerbung. Ganz so, als wären sie Dauerläufer, ja Wiedergänger geradezu, denn sie laufen und laufen und laufen. Ja, wohin laufen sie denn? Und wieso ist das Kaninchen in der Werbung überhaupt rosa? Warum ist es nicht weiß? Immer dann, wenn man also glaubt, diese ewigen Themen abgeschüttelt zu haben, just in diesem Moment tauchen sie unverhofft wieder auf. Man weiß nicht, ist man der Hase, ist man der Igel oder Opfer des Privatfernsehens und einer schlecht versteckten Kamera? Des Pudels Kern, atmet man durch, setzt sich kurz hin und spricht mit ihm, mit dem rosa Kaninchen, mit dem Igel und dem Hasen, es stellt sich heraus, die sind alle total nett und das alles ist nur ein großes Mißverständnis.

Ernährung als Schlüsselkind

Das Thema Ernährung, es war gar keins. Selbst für ein Mißverständnis hat es in meiner Kindheit nicht gereicht. Ich habe entweder Fertigessen oder Fremdgekochtes zu Gesicht bekommen. Meine Mutter war alleinerziehend und arbeitete für uns beide. Das Thema Essen blieb dabei zuweilen auf der Strecke. Meine Mutter glaubt bis heute, sie hätte mich die Mysterien der Mikrowelle gelehrt. Legendär also mein Versuch, Nudeln in Tomatensauce samt Plastikverpackung in der Mikrowelle zu erwärmen. Auch der Tag, an dem blaue Blitze durch die Küche zuckten ging in die Annalen ein.

Ich bin wahrscheinlich eins der wenigen Kinder gewesen, das Linsensuppe und Vollkornbrot genauso mochte wie Kartoffelbrei, Spinat, Rosenkohl und Brokkoli. Meine Beziehung zu gedünstetem Kohlrabi ist indes seit jeher als kompliziert zu bezeichnen. Bei Loriot finde ich ihn großartig, auf meinem Teller esse ich lieber um ihn herum. Ansonsten herrschte Harmonie. Der Bruch bei Tisch kam später. Er offenbarte sich, als ich mich mit dem Küchenarsenal zu beschäftigen begann, denn das war der Moment, in dem ich aus einer Vielzahl von Gründen beschloss, Vegetarier zu werden. Dass dieser wilde Entschluss, mich vegetarisch ernähren zu wollen bis heute Bestand haben würde, hätte ich mir auch nicht träumen lassen.

Vater einer vegetarischen Familie

Seitdem ist viel Zeit durch die Straßen gezogen und ich bin über die Sturm-und-Drang-Phase hinaus, in der man alle Allesesser wahlweise bekehren oder beschimpfen möchte. In dieser Phase verharrte ich einige Minuten vielleicht. Und nur äußerst falle ich in diese Phase zurück. Anderen zu sagen, was sie zu essen haben, das liegt mir einfach nicht. Einzig, dass man mir ebenso keine Ernährungsratschläge gäbe, das erwarte ich.

Das Thema Ernährung ist in unserer kleinen Familie Fast Forward keines. Trotz allem. Wir ernähren die Kleene nicht vegetarisch, weil wir davon überzeugt sind, sondern tun dies schlicht aus Gewohnheit, denn auch die Mutter der Kleenen ist Vegetarierin. Unverkrampft. Allerdings muss ich gestehen, dass wir erst vor Kurzem mit dem Zufüttern angefangen haben, aber Halt! Stop! Vegetarische Eltern? Das Kind mit sechs Monaten noch immer fleischlos? Oh im argentinischen Westeros ziehen Winterfronten auf. Im Osten ebenso. Es zuckt, nur diesmal sind’s keine blauen Blitze. Bisher hat noch keiner gewagt, das Wort zu erheben. Ich warte.

Kürzlich habe ich zum ersten Mal Mittagsbrei für die Kleene zubereitet: Möhrchen mit Kartoffeln. Heute kamen Haferflocken und allerhand anderes hinzu. Das Rezept ist Betriebsgeheimnis, denn irgendwann werde ich der Babybrei-Heisenberg sein. Babybrei ohne Geflügelfleisch. Der Kleenen hat es geschmeckt. Das ist mein Glück, denn als Vater wüsste ich auch gar nicht, wie ich dieses Fleisch hätte zubereiten sollen. Mein Geständnis: Ich habe in meinem ganzen Leben kein einziges Mal Fisch oder Fleisch zubereitet. Seitdem ich für mich selbst koche, koche ich vegetarisch. Mancher fragt sich jetzt bestimmt: Und sowas darf Vater werden?

Gegessen wird, was man in die Hände bekommt

Frauen- und Kinderärzte haben während und nach der Schwangerschaft, abgesehen von weltanschaulichen Einwänden wenig gegen vegetarische Ernährung ins Feld führen wollen. Das will passen. Alle Werte waren stets in Ordnung. Was aber passiert, wenn die Kleene Blümchenwurst oder Bärenschinken probieren möchte? Bei den Verwandten vielleicht. Ein nur allzu realistisches Szenario. Wenn die Kleene es probieren möchte, dann kann sie das gerne tun. Das Kind vegetarisch ernähren bedeutet nicht, dass wir es auch vegetarisch erziehen wollen. Das sind zwei unterschiedliche Dinge.

Wir entwerfen keine Dogmen für unsere Tochter. Wir werden die Kleene auf dem Markt oder auf einem Kindergeburtstag nicht ermahnen, sollte sie einen Schweinestengel in Händen halten oder sich eine Bulette in den Mund stopfen wollen. Was aber passiert, wenn sie später auch zu Hause danach verlangt? Vielleicht weil es ihr in der Kita so gut geschmeckt hat oder bei ihren Freunden? Auch, wenn ich bisher nicht viel Gutes über Kita- und Schulessen gehört habe. Und dann gleich die nächste Frage: Wer sollte das Fleisch zu Hause zubereiten? Bei aller Offenheit, das sind Fragen, die im Moment unbeantwortet bleiben müssen. Wie so vieles, wenn man sich auf das Abenteuer Kind einlässt.

6 Kommentare

  1. Finde ich super deine Einstellung. Völlig undogmatisch. Ich würde das praktisch sehen: Zuhause wird gegessen, was auf den Tisch kommt, Mama und Papa können kein Fleisch kochen. Wenn du also Fleisch essen willst, musst du es selbst zubereiten oder fertig kaufen. Bei uns zuhause gibt es Fleisch. Nicht oft aber doch recht regelmässig. Einfach weil meine Frau und ich uns auch so ernähren. Eine vollwertige Mahlzeit braucht für mich kein Fleisch. Es stört mich aber auch nicht, wenn die Mahlzeit Fleisch enthält. Das kommt eben auf das Gericht an. Im Endeffekt essen unsere Kinder das, was wir auch essen und das was es in der Kita gibt.

    • Hey Vadder,
      vielen Dank für Dein Feedback! Im Grunde ist mir Fleisch auf anderen Tellern auch völlig egal. Das Schwein am Spieß beispielsweise befremdet mich zwar, aber es ekelt mich nicht an.

      Sobald die Kleene außerhalb von Zuhause zu essen beginnt wird es spannend. Es gibt nicht wenige Kitas, die vegetarisches Catering haben.. aufgrund des hohen muslimischen Kinderanteils. Halal Fleisch anzubieten ist den Kitas wohl meist zu umständlich oder zu teuer. Allerdings suchen wir unsere Kita nicht nur aufgrund des Caterings aus ;)

  2. Al disminuir la autoestima de los hombres, entran en estado de angustia y depresión e incluso obsesión; a su pareja, en tanto, le afecta la calidad de vida familiar y el desempeño laboral. La disfunción eréctil (DE) o impotencia erigendi (a veces llamada incorrectamente sólo impotencia) es la incapacidad repetida de lograr o mantener una erección lo suficientemente firme como para tener una relación sexual satisfactoria, una eyaculación o ambas. Comprar Viagra generico en 24 horas.

  3. Muchos hombres no se dan cuenta de que existen diferentes tipos de erecciones: tres, para ser exactos. Disminución persistente del deseo sexual. En el resolver las alteraciones que puedan darse en estos factores, se enfoca tratamiento de la disfunción eréctil en la actualidad.

  4. Aquí hay algunas ideas que puedes probar por tu cuenta. Las causas hormonales suelen afectar asimismo el deseo sexual o libido. El terapeuta lo ayudará a usted y a su pareja a salir del ciclo de estrés y decepción que ha estado influyendo en su vida sexual y contribuyendo a su ED. Esta es una forma de terapia en la que tanto usted como su pareja ven a un terapeuta juntos.

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